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Ein Jahr an der Themse
Ende des Monats, Ende des Geldes, Anfang der Adventszeit. Zeit besinnlich zu werden, Zeit für Skin detection. Hilfreich, um Hände zu erkennen, ist es erstmal Haut zu erkennen. Dazu schaut man sich am besten möglichst viele Bilder mit viel Haut an (angeblich gibt es solche Bilder im Internetz), markiert die Haut und erstellt ein Wahrscheinlichkeitsmodell, mit dem sich schließlich ausrechnen lässt, wie wahrscheinlich es ist, das ein Pixel in einem Bild Haut darstellt oder nicht. Das Auswählen der Haut-Pixel kann man entweder selbst machen oder einen Rechner benutzen, so wie Ó Conaire, O’Connor und Smeaton. Deren Modell habe ich für mein Simulink-Modell benutzt, um ein paar Tests mit Hauterkennung durchzuführen. Erste Ergebnisse:
Wie man sieht, gibt es noch einige Optimierungsmöglichkeiten: Bessere Segmentation, um die falsch markierten Regionen auszuschließen; Gesichtserkennung, um dessen Markierung auszuschließen; langarmige Shirts zu tragen oder gar weniger JAMC und Doors zu hören.
Das Video ist eher unrepräsentativ für das, was die Band uns an diesem Abend zeigte. Dokumentiert jedoch hoffentlich gut, ihre eher absurden Momente.
Den Abend verbrachten wir dann in der Brick Lane auf der anderen Seite der Stadt, um ein leckeres indisches Dinner zu genießen. Danach trugen leider das örtliche Verkehrschaos, die eiskalte Nacht und ein überfülltes, überlautes Sin dazu bei, meinen Gästen auch die Unannehmlichkeiten dieser Stadt nicht vorzuenthalten.
„Desperate Guys“ in gewohnt mieser Qualität, inklusive verwackelter Kamera, da ich nicht aufs Tanzen verzichten mochte.
Nach dem Konzert ging ich noch zum Kiosk um die Ecke, um mir ein Bierchen zu kaufen. Davor hörte ich einen englischen Jungen, mit einem Drumstick in der Hand aufgeregt in sein Handy schreien: „Man, I catched [sic] it“. Anscheinend zu undeutlich, denn er musste es noch einmal wiederholen: „I CATCHED it“.
…do you think it’s gonna make him change? Meine Haare waren nun so lang, wie seit meiner Zivildienstzeit nicht mehr. Daher musste ich den Mut finden, nun endlich zum Frisör zu gehen. Einen passenden zu finden, war erstmal gar nicht so einfach, da man hier fürs Haareschneiden 5 £ beim Frisör um die Ecke, aber auch 50 £ bei Toni & Guy in Covent Garden ausgeben kann, wobei man bei beiden mit suboptimalen Ergebnissen den Salon verlassen kann. Auch sehr ermutigend war, dass alle meine englischen Freunde mir keinen Frisör empfehlen konnten, da sie zum Haareschneiden extra nach Hause fahren („Getting your haircut in London is horror, man“).
Ich entschied mich, 10 £ für Waschen, Schneiden und Fönen bei PaX in der Charing Cross Road auszugeben. Erstmal braucht man da keinen Termin und zweitens haben die bis 20 Uhr am Samstag auf. Was mich erwarten würde, wusste ich nicht so recht. Pax, pacis? Das erinerte mich an Frieden oder K-Pax, Kevin Spacey’s Heimatplaneten, daraus wurde ich auch nicht klug. Im Laden selbst musste ich nicht lange warten, wurde sofort auf einen Stuhl gesetzt und mir wurden die Haare gewaschen. Leichte Schwierigkeiten gab es mit der Verständigung, da meine Frisörin nicht wirklich gut Englisch sprach. So half es mir wenig, dass ich mir vorher noch ein paar Frisurvokabeln zurecht gelegt hatte. Hielt ich sie zunächst für eine Französin, stellte sich nachher, als sie sich mit ihrer Kollegin unterhielt, heraus, dass sie wohl spanisch spricht. Ich verstand nur so viel, dass sie wohl heute Abend zuhause bleibt, da sie zu müde von der Arbeit ist, glaube ich zumindest.
Dass die Arbeit dort müde macht, kann ich mir sehr gut vorstellen, da die ganze Zeit die Musik so laut lief, als befinde man sich in einem Club. Nachdem sie mich gefragt hatte, wie ich es denn habe wollte, fing sie dann an, zu schneiden. Am Schluss wollte ich die Haare im Nacken noch etwas kürzer haben, was sie allerdings auf Englisch nicht verstand. Ich versuchte es dann nochmal mit „más corto, por favor“ und es klappte. Wir unterhielten uns dann auf Spanisch weiter, wobei sie den Großteil zur Konversation beitrug. Immerhin verstand ich, dass sie Carmen heißt und aus Valencia kommt. Qué fácil, muy bien…
Ach ja, das Ergebnis. Wie immer, sehr kurz, damit ich möglichst lange nicht zum Frisör muss. Etwas langweilig, aber es wächst ja wieder:
Den Sonntag nutzten wir, um den verregneten Nachmittag in unserem Lieblingspub in Camden zu verbringen: The Lock Tavern, direkt gegenüber dem Stables Market. Der Pub besteht aus zwei Etagen: Die untere bietet einem Gastropub Platz, der neben Getränken auch durchaus leckere britische Küche serviert. In der oberen befindet sich eine etwas kleinere Bar mit Wohnzimmer-Atmosphäre. Hier spielen jeden Abend verschiedene Bands oder DJs auf. An jenem Abend mussten wir jedoch schon aufbrechen, bevor die Band mit ihrem Set beginnen konnte, da wir im McLaren House zu einem italienischen Dinner eingeladen waren. Dies war leider so lecker, dass ich mich vor meiner Revanche schon fürchte. Nach der Hauptspeise (feat. extra importiertem italienischen Rindfleisch) gab es noch Kuchen-Leckereien von den Französinnen. Danach ließen wir dann den Abend mit einem kleinen Kurs nicht zitierfähiger italienischer Vokabeln ausklingen. Ein durchaus gelungener Sonntag.