Archiv für Dezember 2008

At home I feel like a tourist

Und dann findet man sich auf einmal wieder daheim. Auch wenn das Schlafzimmer eher einer Abstellkammer als einem Ort zum Leben gleicht und das Haus nebenan, in dem man ein paar Jahre seine Homebase hatte, nun von Fremden bewohnt wird. Als ich im Kreise meiner Familie endlich wieder das Essen der vielleicht besten Pommesbude der Welt genießen konnte, fühlte ich mich auch zuhause. Ein paar Tage hatte ich also Zeit, endlich meine Projekte für die Uni fertigzustellen, meine kleinen Schwestern zu nerven und die Menschen aus Wilmsberg Beach (und dessen zwielichtiger Nachbarschaft) wiederzusehen. Zwischendurch blieb sogar noch etwas Zeit, Weihnachten zu feiern und die perfekte Strike-Technik beim Wii-Bowling zu entwickeln (nach mehr als 300 Würfen bin ich allerdings immer noch nicht viel schlauer, mein Bruder vermutet jedoch, das läge am Zufallsgenerator im Spiel).

Am zweiten Weinachtsfeiertag traf man sich dann traditionell im guten alten Spex. Die nächsten Jahre würde ich jedoch gerne mit dieser Tradition brechen, da ich wohl langsam zu alt für dieses Spektakel bin. Man sah nicht mehr allzu viele bekannte Gesichter. Auch die Preise dort konnten mittlerweile selbst mit London konkurrieren. Trotzdem zwei Pluspunkte für Nostalgie und die wenigen bekannten Gesichter, über die man sich freute, sie wiederzusehen.

Am 29. nahm ich auch schon wieder Abschied von meiner alten Heimat; in Bremen gab es noch eine WG-Reunion in der Grundstraße zu feiern. Nach ein  paar furiosen Tanzeinlagen und ein paar Bierchen mehr als eingeplant musste ich mich jedoch schon verabschieden. Bryan machte mir noch ein letztes Butterbrot und einen Kaffee, dann ging es zum Flughafen. Dort stieg ich dann zusammen mit vielen anderen Silvester-Touris ins Flugzeug Richtung London. Im Wohnheim kam ich dann irgendwann um 10 Uhr morgens an, ausgelaugt und müde, aber doch froh, wieder da zu sein.

Going Home For Christmas

Nach dem Konzert ging es dann direkt zum Wohnheim zum Sachen packen. Noch kurz was gegessen, mich von meiner verbleibenden Mitbewohnerin verabschiedet und in die kalte Nacht. Um mir den Busstress zu ersparen, lief ich dann den Weg zur Victoria Station, über die Westminster Bridge, vorbei an Big Ben und den Houses Of Parliament. An der Coach Station stieg ich dann nach kurzem Warten in den Terravision-Bus Richtung Stansted. Dort erwartete mich nach einem Kaffee dann ein Menschengedränge vor dem Schalter, das man nicht mehr als Schlange bezeichnen konnte. Ohne jede Ordnung, die ich eigentlich bei der Verteilung von Menschen aus London gewohnt war, drängten die Leute nach vorne, als gäbe es noch Sonderangebote zu ergattern. Letztendlich bin ich dann aber doch noch rechtzeitig am Flugzeug angekommen, welches dann mit leichter Verspätung abhob. In Bremen erwarteten mich dann ungewohnt  milde Temperaturen und ein bisschen Freude, die Weser, die Straßenbahn Nummer sechs und vertraute Gesichter wiederzusehen. Vor meiner alten WG traf ich dann auch meinen alten Mitbewohner Rustam, der gerade auf dem Weg zur Arbeit war. Nach einer kurzen Begrüßung, radelte er weiter und ich direkt zum Extra. Mit großer Begeisterung nahm ich mir dann erstmal einen Sechserträger große Becks mit und klingelte danach gegenüber bei der guten alten Grundstr. 46. Doch keiner machte auf. Ausgerechnet an diesem Tag, zu diesem Zeitpunkt waren Nadja und Ivan in der Hochschule. Also trottete ich samt Gepäck an die Weser, in Gedanken dabei, die Wahrscheinlichkeit für dieses unglaubwürdige Szenario auszurechnen. Dort angekommen, war es mir dann doch zu kalt, um ein Bierchen zu trinken und ich ging zurück zur Grundstraße. Dort waren dann auch tatsächlich meine alten Mitbewohner. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 24 Stunden auf den Beinen war, legte ich mich erstmal hin, um fit für den Abend zu sein. Nach einer Stunde fühlte ich mich dann fit und ging noch einmal in den Extra, um Nachschub zu ordern.

Abends ging es dann pünktlich um 8 zur Start der Happy Hour in die Capribar. Endlich wieder trinken gehen zu ordentlichen Preisen. Also erstmal zwei große Rade für 3,30 bestellt und mit Matthias und Thorsten, die mich schon erwartet hatten, angestoßen. Drinnen saß auch schon Helge mit Kollegen, Bryan kam später dazu. Angeheizt von dieser geselligen Atmosphäre ging es dann weiter ins Hearbreak Hotel, wo mein Gedächtnis mich auch schon nach kurzer Zeit verlässt. Das günstige Bier und der wenige Schlaf forderten ihren Tribut.

Samstag lief ich dann noch ein wenig durch die Stadt und erblickte sie auf dem Weihnachtsmarkt: Mein so sehr vermisste Currywurst. Echt westfälisch stand sogar auf dem Schild. Da konnte ich nicht widerstehen. Skeptisch wurde ich allerdings als die Verkäufer mich in ihrem Bremisch fragten, ob ich denn eine Krakauer oder eine Geflügelbratwurst haben wollte. Waren da wirklich Profis am Werk, die wussten was sie da taten? Die Currywurst schmeckte letztendlich, doch leider nicht so gut wie zuhause in Wilmsberg Beach und ich ärgerte mich ein wenig, so früh schon schwach geworden zu sein.

Samstagabend verbrachten wir in geselliger Runde mit Karaoke und Sushi in der Grundstraße, um in Ivans Geburtstag reinzufeiern. Am nächsten Morgen ging es dann früh zum Zug Richtung Osnabrück und von dort nach Rheine, wo mich meine kleine Schwester schon mit dem Auto erwartete.

The Black Angels

Ein letztes Konzert vor der Weihnachtspause musste noch drin sein. In der Student’s Union der University of London, kurz ULU, sollte mich ein psychedelischer Hochgenuss erwarten. Den Anfang machte Alexander Tucker, der, ausgestattet mit ein paar Streichinstrumenten und einem Loop-Pedal, hypnotisch-repetetive Klangteppiche in den Raum webte. Wahlweise begann er mit Geige, Cello oder E-Gitarre, um das Gespielte aufzunehmen und in einer Endlosschleife zu wiederholen. Danach fügte er eine Spur nach der anderen hinzu, um am Schluss über ein orchestrale One-Man-Wall-Of-Sound zu singen. Klanglich und darstellerisch hochinteressant, leider fehlten doch ein wenig die Songs, um das Dargebotene zusammenzuhalten.

Die Songs brachten dann The Brothers Movement, die mir außerordentlich gut gefielen. Mit ihren drei Gitarren, bei denen keine zu viel war, zelebrierten sie Psychedelic-Rock ‘n’ Roll, wie er heute eigentlich gar nicht mehr gebaut wird. Konnte man bei Tucker vorher nur staunen, konnte man nun auch mal mit dem Kopf nicken und die Hüften einknicken. Ein kleiner Eindruck:

Nach einer kurzen Pause war es dann soweit. Die Black Angels betraten die Bühne, zusammen mit Tambourin und viel Hall auf der Stimme. Die düsterste Interpretation der Velvets und ein stampfender Rhythmus. Zwischendurch wurden auch mal die Instrumente untereinander gewechselt oder, um das Stampfen noch zu verstärken, eine extra Tom geprügelt. Der Sound war ausgezeichnet und so kam das hypnotische Dröhnen der Band sehr gut rüber. Eine Zugabe brachten sie noch, bevor die Lichter angingen und die Leute zu Spacemen 3s Transparent Radiation benommen den Saal verließen.

Nicecold Oxford

Einen Tag in die Provinz, Richtung Nordwesten nach Oxford. Elite-Uni, Kulturmetropole Englands, Tradition und Countryside. Unsere Reise begann früh morgens um 7.30 Uhr. Und wenn ich die Bus-Tickets nicht schon am Abend vorher gekauft hätte, hätten meine Finger nach dem Weckruf des Handys gleiches nochmals bedient, um meinen Mitstreitern Giovanni und Kerstin abzusagen. Habe ich aber nicht und so ging es von der Victoria Coach Station in ein bis zwei Stunden durch den Nebel, der  Englands Midlands um diese Zeit normalerweise verhüllt. Zwischendurch machten wir noch eine kurze Pause auf dem Seitenstreifen, denn ein neuer Bus musste angefordert werden. Dem Busfahrer war nämlich etwas unwohl dabei, mit einem Bus zu fahren, dessen Tür während der Fahrt aus einem unersichtlichen Grund einfach aufgegangen und nicht mehr zugehen wollte. In Oxford angekommen, begaben wir uns erst einmal zur Tourist Information, um uns eine Karte zu besorgen. Mit Hilfe dieser ging es dann weiter durch die Stadt, um uns bei eisiger Kälte von der erhabenen Architektur beeindrucken zu lassen. Der Gang durch den botanischen Garten lässt sich aber wohl besser im Sommer genießen, der Winter ließ die ganze Szenerie doch etwas trüb erscheinen. Die halbtoten Bäume versetzten uns dann in eine eher melancholische Stimmung, weshalb wir uns auf den Weg in den nächsten Pub machten, um uns ein wenig aufzuheitern. Nach einem nicht üblen Porkpie und einem gewohnt erquickenden Guiness war es trotzdem noch nicht viel leichter die wohltuenden Wärme des Pubs hinter sich zu lassen. Als wir soweit waren, stellten wir vor dem Museum of Oxford fest, dass dieses am Montag gar nicht geöffnet hatte. So tauschten wir kurzfristig Kultur gegen Konsum aus und wählten als nächstes Ziel die Einkaufspassage. Bevor wir Oxford dann verließen, gönnten wir uns noch ein wenig heiße Schokolade. Der Rückweg verlief dann ohne Zwischenfälle und nach ein paar Tassen Glühwein im McLaren House war ich dann auch müde genug, um mich in meinem warmen Bett niederzulegen.

Shoreditch

Die Möglichkeiten, ihren Kater am Sonntagnachmittag in London auszukurieren, sind vielfältig. Mit Giovanni setzte ich mich in den Bus Richtung Osten. Dort trafen wir nach einem obligatorischen Besuch bei Rough Trade Records Annina, um mit ihr über den Brick Lane Market zu schlendern. Neben allem möglichen Krimskrams und Klamotten gibt es dort mit dem Sunday Up Market auch einen ausgezeichneten Food Market mit Essen aus aller Welt für wenig Geld. Allein der Duft, der einem bei Betreten der Räumlichkeiten entgegenschwirrt, lässt nur wirklich Wenige der Versuchung widerstehen, dort auch zu speisen. Wir bestellten uns ein paar chinesische Nudeln, die sichere Nummer. Aber meinem gebeuteltem Magen wollte ich Überraschungen an diesem Tag ersparen. Nach dem Essen gingen wir dann weiter ins 93 Feet East, dort fand die Fuse-Party statt, eine Elektroclubnight am Sonntagnachmittag,  zuhause nennen wir das auch Frühschoppen. Hier treffen sich die cool Kids, um zu ein paar Pints und Elektrobeats die Beschwerden der letzten Nacht wegzutanzen und sich auf die kommende Woche vorzubereiten. Definitiv eine Option für den etwas härteren Kater. Den hatten wir aber schon nicht mehr und begaben uns weiter in eine nette Bar Ecke Brick Lane/Bethnal Green Rd., dessen Namen ich leider nicht mehr im Kopf habe. Jedenfalls gibt es dort Montags bis Freitags kostenlos Kaffee und Internet, steht auch in großen Lettern am Etablissement selbst, sodass man es schnell finden sollte. Als wir eintraten, wurde uns sofort ein Platz gegeben und wir setzten uns in eine Couch, aus der es schwer war, wieder aufzustehen. Nach einer Weile brachte man uns auch kostenlose vegetarische Häppchen und Erdnüsse. Deren Schalen sollten wir einfach auf den Boden werfen, was wir nach anfänglichem Zögern dann auch mit großem Vergnügen machten. Im Hintergrund lief ein bisschen Motown-Musik und das ganze Lokal strahlte eine angenehme Wohnzimmer-Atmosphäre aus, definitiv ein Ort zum Wohlfühlen. Abends schauten wir dann noch gemeinsam Lock, Stock and Two Smoking Barrels (glücklicherweise mit Untertiteln), bevor wir Annina verabschiedeten, die am nächsten Tag wieder zurück in die Schweiz fuhr.

The Rascals

Es gilt hier oft zu überlegen, ob man sich Karten für eine Band kauft. Oft spielt diese nämlich ein paar Wochen später im Rahmen von Push. So wie die Rascals, die mich am Samstag statt 10 Quid dann nur 4 kosteten und das auch nur, weil wir etwas spät dran waren. Deren Sänger Miles Kane ist den meisten wohl besser bekannt als eine Hälfte der Last Shallow Puppies, oder so ähnlich. Dass dieser Junge einen nicht unmaßgeblichen Anteil an deren Erfolg hat, hörte man seiner Musik an. Harmonien und Rhythmen, in den 60ern eingefroren und pünktlich für das Debüt wieder aufgewärmt; allerdings so gut, dass man ihnen dafür gar nicht böse sein möchte. Waren wir dann auch nicht und spendeten Applaus für das, was wir von der an diesem Abend gut aufgelegten Band zu sehen bekamen. Außerordentlich gut war auch ausnahmsweise das DJ-Set vor und nach der Band, sodass ich keine Mühe hatte, bis spät in die Nacht zu tanzen. Dazu war ich ohnehin gezwungen, da ich meinen Schlüssel in meinem Zimmer vergessen hatte und darauf warten musste, dass mein Mitbewohner nach Hause kommt, um die Flat-Tür für mich offen zu lassen. Zum Glück war ich beim Verlassen der Wohnung bereits ausgehfertig und auf dem Weg zum Bierholen.

Auf dem Rückweg trafen wir beim Warten auf den 176-Bus, die MoonJets, einer Band, die gerade aus Cambridge rübergezogen sind, um hier als Band Fuß zu fassen. Die Tatsache, dass sie in Elephant & Castle wohnen, verlieh ihnen nicht gerade Credibility. Oder sollte es hier doch eine aufkeimende Szene  geben? Ich werde sie fragen, sollte man sich zufällig beim Bierchen holen im Tesco treffen.

Bridged

Von London kann man kostengünstig eine Menge sehen, indem man einfach zu Fuß durch die Stadt läuft. Die Chancen sind eigentlich immer groß, irgendetwas Interessantes zu finden. An meinem Geburtstag liefen Thorsten und ich ein wenig entlang der Themse mal auf der Nord-, mal auf der Südseite. Nach einem kleinen Abstecher in die Tate Modern, von deren siebtem Stock man eine schöne Aussicht auf die City of London hat, überquerten wir die Millennium Bridge und liefen entlang des Thames Paths Richtung Tower Bridge. Dort machte ich ein paar Fotos für mein Coursework über SPECS und wir liefen auf der Südseite zurück.

Den Abend verbrachten wir (lies: Thorsten) dann damit, einen Geburtstagskuchen zu backen. Die nötigen Utensilien mussten wir uns aber vorher noch im DIY-Laden im Shopping Centre besorgen, da sich in unserer Küche keine Kuchenform finden ließ. Das Resultat teilten wir uns dann mit unseren Gästen und spülten es mit ein paar Bierchen hinunter.

Parliament Hill

Am Nikolaustag frühstückten wir gemütlich in unserer frisch geputzten Küche und nahmen danach wieder die 168. Diese fährt nämlich nicht nur bis Camden, sondern macht erst Endstation in Hampstead Heath, einer Parklandschaft im Norden Londons. Dort befindet sich auch der Parliament Hill, von dem man eine wunderbare Sicht auf die City of London hat. Auf dem Weg dorthin wurden wir von einem Baum mit einem durch die Natur geformten Loch animiert, auf diesen zu klettern. Es dauerte nicht wenige Minuten, bis aus dem Nichts eine ältere Frau kam, um uns darauf hinzuweisen, wir würden ihre Natur zerstören. In ihrem Weltbild war das wohl für die Polen reserviert: „Are you Polish?“. Wir entfernten uns dann von dem Baum und flanierten weiter durch den Park. Nach einigen Metern bekam man auch schon das Gefühl irgendwo „in the countryside“ zu sein und nicht mehr in dieser Millionenstadt.

Auf dem Rückweg machten wir dann doch noch einmal Halt in Camden für ein wenig Shopping. Erstaunlich ist, wie kreativ die Einzelhändler hier mit der Finanzkrise umgehen. Passend dazu gab es in einem Schuhladen Sonderaktionen wie den „Credit Cruncher“-Rabatt, der einem 5 £ Preisnachlass gewährte, wenn man den am Eingang entgegengenommenen Flyer vorzeigte.

Erschöpft vom Tagesprogramm und der letzten Nacht verbrachten wir dann einen ruhigen Abend in der Küche, da wir den richtigen Zeitpunkt für den Absprung ins Londoner Nachtleben sowieso schon knapp verpasst hatten. Die nötige Ruhe bekam ich in dieser Nacht leider auch nicht, denn als ich um fünf ins Bett wollte, kam mein französischer Nachbar Raphael noch in unsere Küche, euphorisch noch jemanden zu finden, der wach ist. Während er sich Pasta machte, erklärte mir alles Wichtige über Frauen, deutsche Philosophen und Cambridge. Das war tatsächlich so lange interessant, bis ich sein Bier leer getrunken hatte.

Initial Report

Eigentlich hätte ich das Feedback schon zwei Wochen nach Abgabe bekommen sollen. Tatsächlich hat das ganze noch einmal zwei Wochen länger gedauert. Freitag habe ich dann Feedback zu meinem 10-seitigen in Eile runtergeschriebenem Machwerk bekommen. Mein Professor war sehr zufrieden und lobte meinen Schreibstil, nur Einleitung und Abstract wären etwas zu speziell. Im Ganzen wäre das alles jedoch First Class, eine genaue Note wollte er mir nicht nennen. War mir eigentlich auch egal, da das Teil im Endeffekt nur 5 % meiner Gesamtnote ausmacht. Dann hat er mir noch ein paar Punkte aufgeschrieben, die ich bis zum nächsten Mal genauer betrachten solle und wünschte mir frohe Weihnachten, da wir uns erst Ende Januar wiedersehen werden.

We’re gonna party like it’s your birthday

Zum Glück bin ich ja nicht abergläubisch. So konnte ich mit meinen Freunden aus Bremen und den Leuten, die schon nächste Woche Richtung Heimat reisen meinen Geburtstag feiern. Im Gegensatz zu Deutschland und anscheinend auch allen anderen Ländern, die auf meiner Party vertreten waren, ist es hier kein Problem, auch schon mehr als einen Tag vor dem eigentlichen Geburtstag zu feiern. Die dadurch entstandenen Missverständnisse ließen sich allerdings schnell aufklären und man konnte sich auf das Feiern konzentrieren. Trotz wildem Tanzen und einiger fieser Ausrutscher auf dem nassen Boden unserer Küche verlief die Party ohne jeglichen „Riot“, ohne Polizei, Graffiti und zerrissene Ketten. Eine ungewohnte Harmonie, die mir nicht wirklich missfiel. Ganz ohne Verluste verlief die Party jedoch leider auch nicht. Die Flasche Bailey’s, die ich extra für die Nicht-Biertrinker besorgt hatte, wurde von einem fischäugigen Mädchen, das niemand kannte, geklaut. Es war nicht wirklich der verlorene Bailey’s, der mich in diesem Moment etwas traurig stimmte, sondern vielmehr, dass meine Vorurteile gegenüber fischäugigen Mädchen leider nur wieder bestätigt wurden. Die Küche selbst sah am nächsten Morgen wirklich sehr übel aus und ich war froh, dass an diesem Tag keine Putzfrau gekommen ist, da wir zu dieser ohnehin schon ein angespanntes Verhältnis haben. Doch dank meiner Bremer Freunde war diese in kürzester Zeit wieder so sauber wie selten.

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