Archiv für März 2009

Tauben vergiften im Park

Der Frühling hat auch London erreicht. Eigentlich wollten wir Georg Kreislers Idee aufgreifen und uns mit ein wenig Arsen in die fast blühenden Parks dieser Stadt begeben. Doch Laurence wies mich darauf hin, dass man hier seine ganz eigenen Methoden hat, um mit den Ratten der Lüfte umzugehen. So ließen wir das Gift zuhause, spazierten im Regent’s Park und genossen den Schein der Abgeschiedenheit, der nur ab und zu durch vereinzelte Sirenen aus der Ferne getrübt wurde. Aus dem Rück- wurde dann ein Umweg, weil die Waterloo Bridge aus irgendeinem Grund gesperrt war. Zum Glück hat London noch ein paar mehr Brücken zu bieten.

Yo! Majesty

Am Freitag waren wir beim Club NME im Koko. Dort präsentierten die  Rapperinnen Yo! Majesty ihre Musik und, im Gegensatz zum erzkonservativen Zürich, auch ihre Brüste. Ersteres machte dann aber letztendlich schon mehr Spaß; vom Rapsport habe ich ja nicht so die große Ahnung, aber die Beats, die das Duo aus Tampa, FLA übrigens aus dem Vereinigten Königreich bezieht, regten schon zum Tanzen an.

Eine lustige Geschichte am Rande: Ich hatte mir gerade ein Bier geholt und machte mich voller Enthusiasmus auf in Richtung Tanzfläche, als sich vor mir ein Mädchen urplötzlich umdrehte und mir den Becher versehentlich aus der Hand schlug. Sie war dann so nett, mir gleich ein neues Bier zu besorgen und nicht nur das; sie war sogar so aufmerksam, den Becher so weit auszutrinken, dass das Füllvolumen der Menge entsprach, die vor diesem Missgeschick in meinem Becher war. Bevor ich mich verlieben konnte, war sie allerdings schon wieder im Getümmel verschwunden. Schade.

Final Year Report

Heute konnte ich endlich meinen Final Year Report Draft abgeben. Nach einer letzten Marathon-Runde Bericht-Schreiben, die mir in der Nacht nur eine Stunde Schlaf ließ, war ich ganz froh, als das letzte Blatt meines Reports durch die Druckerwalzen gepresst wurde. Damit habe ich jetzt hier den Großteil erledigt und kann mich wieder auf die wichtigeren Dinge im Leben konzentrieren. In zwei Wochen bekomme ich noch ein letztes Feedback von meinem Betreuer zum Draft, bevor ich letztendlich die endgültige Version nach den Osterferien abgebe.

Soweit, so gut. Man sieht, dass noch einige Verbesserungen möglich sind. Die Fehler in diesem Testvideo enstehen hauptsächlich dadurch, dass der reflektierende Schrank im Hintergrund als Hautregion erkannt wird.

Hausparty

Samstag waren wir auf eine Hausparty bei Tom eingeladen.  Da sich seine WG in der Brick Lane befindet, muss man also zunächst unbeeindruckt an den Türstehern der Curryhouses vorbeigehen, die einem alle 25% Rabatt, Free Drinks und das beste Curry Dish der Stadt verkaufen wollen. Auch wenn es gar nicht so unwahrscheinlich ist, dieses auch dort zu finden, hatten wir an diesem Abend Anderes im Sinn. Was genau, wissen wir leider auch nicht mehr so ganz genau, denn es wurde ein feuchtfröhlicher Abend, dessen nahezu einziges Zeugnis, die obigen Bilder darstellen.

Walkabout, Temple

Während ich hier an meinem Projekt saß, genossen die Bremer ihren freien Tag auf dem Markt in Camden. Nach ihrer Rückkehr teilte ich mir dann mit Bryan die letzte Dose Festivalbier aus dem letzten Sommer, die ich vor meiner Abreise als Abschiedsgeschenk bekommen hatte, da sie vor unserem nächsten Treffen wohl schon abgelaufen wäre. So waren wir dann schließlich vorbereitet, den restlichen Abend durchzustehen. Weil wir im Walkabout in Soho das letzte Mal so wenig Glück hatten, besuchten wir das Walkabout in Temple und siehe da; die Schlange war erträglich und das Bier günstig, wenn man wusste, welches gerade nur die Hälfte kostete.

Ministry of Sound

Am Dienstag konnten sich dann die Studenten der LSBU über ein Austauschjahr in Bremen informieren. Die niedrigen Lebenshaltungskosten und ein Praktikum in einem deutschen Betrieb waren wohl die Hauptargumente. Die deutsche Sprache lernen zu müssen, schreckte die Mehrzahl dann aber doch wohl ab. Danach gab es von unserem Prof noch eine Vorlesung über „Error Correcting Codes“, in der ich aber eigentlich nur saß, weil es im Anschluss kostenlos Schnittchen und Wein vom Fachbereich gab.

Der Abend begann mit einer Zusammenkunft in einer Dante Road-Küche und endete schließlich im Ministry of Sound. Dort ist jeden Dienstag Students’ Night und ich hab es nach einem halben Jahr dann endlich geschafft, auch mal dort aufzuschlagen. Wird wohl nicht meine Lieblingsparty, aber immerhin hat man es danach nur fünf Minuten, um wieder nach Hause zu kommen, was im Vergleich zu einer Nacht in Camden ja schon ein kleiner Unterschied ist.

Porcupine

Den Montag verbrachten die zukünftigen Londoner Studenten damit, sich über die LSBU zu informieren und Final Year Projekte zu wählen. Das klappte wohl auch auf Anhieb sehr viel besser als im letzten Jahr, da (fast) jeder am Abend schon seinen zukünftigen Supervisor zumindest vom Namen her kannte.

Danach wollten wir eigentlich noch nach einer kurzen Erfrischung im Hostel ins Walkabout in Soho, doch die etwas übermäßig lange Schlange schreckte uns dann doch ab und zusammen mit Bryan, Malte und Laurence begab ich mich zum nächst(best)en Pub, das Porcupine. Unter dem wärmenden Licht eines alle fünf Minuten zu aktivierenden Heizstrahlers tranken wir dort unsere Pints und ließen uns von vorbeilaufenden Kartenspieltricksern vorführen.

Zeitgeisty

Sonntag trafen die Exkursionisten aus Bremen ein, um sich die Stadt und die Uni anzusehen. In den frühen Morgenstunden machte ich mich also auf, um sie von der Victoria Station abzuholen. Nachdem sie sich im Hostel niedergelassen hatten, trafen wir uns mit unserem Prof aus Bremen im Zeitgeist. Denn, wenn man schon einmal in London ist, muss man sich ja auch mal stilecht einen deutschen Pub und Bundesliga anschauen. Mir war das natürlich äußerst recht, da ich so die Gelegenheit hatte, mal wieder Currywurst zu essen.

Den Abend genossen wir dann mit ein paar Pints im Hostelpub und einem kleinen Spaziergang durch Graffiti-Tunnel zum London Eye und zurück.

Marks

Eine Woche habe ich die Noten des ersten Semester vermisst. Heute kam ich auf die Idee, einfach mal im Postverteiler des Wohnheims anstatt unter ‘K’, unter ‘J’ nachzuschauen und tatsächlich war dann dort auch der Brief mit den Ergebnissen. In Anbetracht meines Lernaufwands hätte das eigentlich anders ausgehen müssen. Fein. Feiern.