- Goodbye Schreibtisch
- Hello Bremen
- Die liebe Grundstraße
- Wundervolles Plakat
- Sibille
- Malte, Bryan, Matthias
Samstagmorgen räumte ich die Küche aus. Radio, Töpfe und Weihnachtsbaum hatten leider keinen Platz mehr in meinem Handgepäck und so parkte ich sie im Gemeinschaftsraum, damit sie später für gemeinnützige Zwecke genutzt werden können. Ich hoffe der Weihnachtsbaum findet als Requisite in einem der Theater Southwarks Verwendung; ich habe ihn extra markiert. Gespannt bin ich, wie viel wir letztendlich von unserer Kaution zurückbekommen, denn die Küche und der Flur hatten schon Einiges zu erdulden während wir dort wohnten.
Nachdem ich Schlüssel und Karte an der Rezeption abgegeben hatte, fuhr ich schwer bepackt mit dem Bus zur Victoria Station. Von dort fuhr der Terravision Bus noch ein letztes Mal an Wohnheim und Uni vorbei, was mir die kurze Gelegenheit gab, in Gedanken Goodbye zu sagen. In Stansted traf ich dann einen Kommilitonen aus London, der mit seiner Familie auch auf dem Weg nach Bremen war. Nach dem üblichen Ryanair-Stress landete ich alsbald in der Hansestadt und freute mich schon ein wenig, wieder da zu sein.
In der Grundstraße wurde ich gewohnt herzlich empfangen und man arbeitete die Geschehnisse des letzten halben Jahres auf. Nach einem kurzen Picknick am Osterdeich holte ich dann noch eine Kiste Becks und begab mich zur Mozze, wo mir unter Bryans Schirmherrschaft mit meinen Kommilitonen aus Bremen ein herzerweichender Umtrunk zu Ehren meiner Wiederkehr kredenzt wurde. Der Weg dorthin erwies sich allerdings schwieriger als gedacht, da ich erstmal auf der falschen Seite auf die Straßenbahn wartete und daraufhin auch noch in die falsche Straßenbahn stieg. Trotzdem kam ich dann irgendwann an und war erfreut, bekannte Gesichter wiederzusehen. Später ging es dann noch zum Tanzen ins Zucker. Daran schloss sich noch eine Woche mit einigen Trinkgelagen und ein Hurricane-Wochenende an, bis ich dann auch meine Familie daheim im Westen mal wieder zu Gesicht bekam und ihre Sorge um mich ein vorläufiges Ende nahm.
Damit ist mein Jahr an der Themse hinter mich gebracht. Ich habe es auf keinen Fall bereut und erwäge ernsthaft, zurückzukehren. Als Mensch bin ich sicherlich gereift und bin, so denke ich, ein anderer als der, der letztes Jahr im Spätsommer in Köln in den ICE stieg. Es sind nicht nur die Parties, die multikulturelle Atmosphäre, die Architektur, die Parks und die Pubs, die ich vermisse, sondern vor allem die offenen, freundlichen Menschen, mit denen ich das Glück hatte, Freundschaft zu schließen. Während des letzten Jahres kamen mir oft gute Gedanken, die ich hier als Fazit hätte einbringen können. Leider fehlte mir allzuoft ein Notizblock oder der Wille, den Moment, durch Zücken des selbigen zu zerstören. So kann ich meinen Nachfolgern und allen, die überlegen, hier mal rüberzukommen mit britischem Understatement nur versichern: London ist okay.
Ende Juli werde ich noch einmal kurz für meine Graduation Ceremony wiederkommen. Währenddessen genieße ich mit guten Freunden und Yo La Tengo den Sommer:






















